Aber jetzt: genug geschnackt.

Lasst uns in See stechen. Marc Lichte verschwindet in der Kajüte, um kurz darauf in seewetterfester Seglerklamotte wieder aufzutauchen. Das Display des Windmessers zeigt 22 bis 27 Knoten – stramme 6 Beau fort. Der Westwind treibt die flachen Cumuluswolken tanzend über den blauen Ostseehimmel. Bestes Segelwetter. Strategisch liegt der kleine Hafen an der Kieler Bucht ideal. Bei wenig Wind lockt die freie See. Bei guter Brise wie heute ist die geschützte Kieler Förde ein ideales Revier. Lichte bereitet die Segel vor, wirft den Motor zum Ablegen an, holt die ersten Fender ein. Jeder Handgriff sitzt. Geschickt manövriert er seine Yacht aus dem verwinkelten Hafen hinaus und stellt das Boot in den Wind, um die Segel zu hissen. Für eine entspannte Spazierfahrt wie heute würde es ausreichen, nur die Genua aufzuziehen. Doch Lichte setzt auch das Großsegel. Zusammen gut 100 Quadratmeter Carbon flattern steif im Wind – grenzwertig viel Segelfläche für diesen Wind, aber, hey, es sind ja Gäste an Bord, die sollen ruhig Sport erleben. Der Skipper fällt ab, bis sich die Xp 38 freudig krängt. Die Gischt gurgelt in Lee des Bootes. Die Wanten pfeifen im Wind. So geht es dahin. Und es fällt in erster Linie auf: Was für eine Verwandlung dieser Mann hier an Bord durchmacht. An Land immer unter Strom, ist er auf dem Wasser wie in sich gekehrt. Fokussiert prüft er mit schnell wechselnden Blicken permanent den optimalen Stand der Segel, sucht die Wasseroberfläche nach Böen ab und hält die Yacht mit kleinen Bewegungen auf optimalem Kurs. Den Mitseglern gibt er nur kurze, klare Anweisungen: „Du holst die Schot nach der Halse ein.“ „Bitte setz dich nach oben für besseren Gewichtstrimm.“ Kein unnötiges Wort zu viel.