The zen of sailing.

Marc Lichte, Leiter Design der AUDI AG, ist Segler. Durch und durch. Auf seinem Boot, seinem Rückzugsort, findet er den Halt, um vorwärts zu denken.

Meist sind es die kleinen Dinge, die viel über einen Menschen aussagen.

Die Windmessanlage im Top des Mastes von Marc Lichtes Segelboot zum Beispiel: „Schau, bei allen anderen Booten steht der Windmesser gerade aus dem Mast oder zeigt unmittelbar nach vorn. Ich aber wollte, dass er genau dem Verlauf des Mastes nach oben folgt, sich aerodynamisch biegt und erst dann nach vorn zeigt. Nur so steht er perfekt im Wind und misst exakt. Ich habe ihn selber gestaltet, er ist ein Unikat. Er ist perfekt." Marc Lichte zeigt mit dem linken Arm und ausgestrecktem Zeigefinger über den Kopf hinauf, während er mit der rechten Hand dir Kurve sein Windmessers nachfährt, der dort oben formvollendet in den Wind lugt. Weiter im Stakkato: „Oder das Bugstrahlruder, auch das ist einzigartig bei diesem Boot. Ich segele öfter allein. Da hilft es beim An- und Ablegen. Die Werft versprach mir, es mit nur einem Millimeter Fuge einzubauen. Ich war selbst dabei und habe das überwacht. Sie haben es tatsächlich geschafft. Ein Millimeter – einfach unglaublich. Für Regatten entferne ich natürlich die Batterien, um Gewicht zu reduzieren."

Die Linien, Flächen und die Proportionen sind das Wichtigste auf einer Yacht – genau wie beim Interieur des neuen Audi A8. Eleganz und wiederkehrende Designprinzipien in Kombination mit Technologie schaffen Großzügigkeit und vermitteln Progressivität.

Marc Lichte

Doch Marc Lichte ist vor allem natürlich eines: Designer.

Auch aus diesem Grund ist sein Boot ein Unikat – „farblich habe ich alles so abgestimmt, dass es aus einem Guss ist“ –, individualisiert von der Persenning bis zum Ruder, von der Reduktion auf zwei Farben im Interieur bis zur RAL-Farbe des Rumpfes. Der schimmert nicht weiß, wie der aller Xp 38, sondern schwarz – „nein, nein, das ist nicht schwarz. Schwarz würde nicht richtig aussehen, viel zu hart. Carbon ist ja auch nicht schwarz. Und der Rumpf muss schließlich zum Aufbau passen.“ Also suchte Lichte verschiedene RAL-Töne, normierte, exakt definierte Farbmischungen, heraus, die zu Carbon passen könnten. Diese ließ er dann auf ein mal ein Meter große Kunst stoffplatten lackieren und hielt sie bei unterschiedlichsten Tageszeiten und Lichtstimmungen vor Ort im Hafen ans Schiff, um die Farbwirkung zu testen. Erst dann gab er die Freigabe zum Lackieren. „Dieses dunkle Grau passt jetzt perfekt zum Carbon und lässt das Schiff richtig edel wirken – schön, nicht wahr?“ Lichtes Anspruch an sein Boot ist ganz einfach: „Die Performance muss erstklassig sein – genau wie die Ästhetik. Die Xp 38 erfüllt das. Sie lässt sich traumhaft segeln und hat fast zeitlose Linien – das war für mich ganz wichtig. Das ist die Parallele zum Fahrzeugdesign. Bei einer Yacht sind die Linien das Wichtigste – Länge und Proportionen –, genau wie bei einem Audi.“

Der neue Audi A8 ist als erstes Serienauto unter der neuen Design-Philosophie von Marc Lichte entstanden. In Zukunft wird jedes Modell einen eigenen Charakter ausdrücken und das Markenbild verkörpern.

Marc Lichte
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Wenn man Marc Lichte so am Ruder seiner Yacht sieht, kommt einem ein Elektroauto in den Sinn, das nach einem langen Tag im Großstadtgewusel beim Batterieaufladen zur Ruhe kommt. Er scheint die ultimative Freiheit auf dem Wasser ganz für sich allein auszukosten, die theoretische Möglichkeit zu genießen, mit seiner Yacht überallhin segeln zu können, jetzt, sofort, an jeden Ort dieser Erde, der ihm gerade in den Sinn kommt. Mit seinem Schiff könnte er das sogar machen, es ist dafür gebaut. Später, nach dem Festmachen im Hafen, beim traditionellen „Anlegerbier“ wird Marc Lichte dann sagen: „Ich bin so ein Typ, der immer unter Strom ist. Alles inspiriert mich: was ich sehe, esse, mit wem ich mich unterhalte, wohin ich reise. Das Wichtigste für meine Kreativität ist, den Kopf freizubekommen. Und das gelingt mir hier auf dem Boot. Es ist ruhig, nur der Wind. Genau das Gegenteil von meinem Alltag.“ Sein Schiff trägt den Namen „Heima“ am Heck. Das ist Isländisch und bedeutet: Zuhause.